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Gemeinsam stark: Die schwäbischen UNESCO-Labels und ihr Potential

Die Schwäbische Alb darf sich mit allen drei Gebietskategorien der UNESCO schmücken: Geopark, Biosphärengebiet und drei Welterbestätten. Wie schafft man es, gemeinsame Potentiale zu heben? Dazu haben wir mit Dr. Lutz Möller gesprochen, dem stellvertretenden Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.

Wieso gibt es UNESCO-Geoparks?
Die UNESCO hat zum Ziel, weltweit Menschen für den Einsatz für Frieden und nachhaltige Entwicklung zu begeistern. Dazu arbeitet sie beispielsweise an Lehrplänen oder Kulturgesetzen; zugleich zeichnet sie Regionen aus, wenn diese zur Erreichung dieses Ziels besonders gute Arbeit leisten. Die „Global Geoparks“, zu denen die Schwäbische Alb seit 2004 zählt, gehören in diese Liga. Daher wurde für sie 2015 eine neue UNESCO-Auszeichnung geschaffen.

Was ist der Unterschied zu Welterbestätte und Biosphärenreservat?
Die Ziele aller drei Auszeichnungen sind ähnlich (...) Unterschiede bestehen in den Schwerpunkten. Bei einer Welterbestätte geht es vor allem um weltweite Einmaligkeit und besonders hohe Schutzanforderungen. Ein Biosphärenreservat fördert nachhaltige Entwicklung auf Basis der biologischen Vielfalt, ein Geopark auf Basis des geologischen Erbes.

Und wie können sich die drei UNESCO-Labels ergänzen?
In meiner Wahrnehmung gibt es bereits eine enge Kooperation in Gremien und bei der touristischen Erschließung der Schwäbischen Alb. Darüber hinaus rate ich dazu, sich bei möglichst allen Fragen die Bälle zuzuspielen, gemeinsam ist man stärker. Zum Beispiel profitieren alle davon, wenn Touristen statt für ein Wochenende für eine ganze Woche kommen.

Welche Chancen bieten Geoparks für eine Region?
Ich sehe vor allem die Chance, die Entwicklung einer Region durch nachhaltige Nutzung und Bewahrung wertvollen Erbes voranzubringen und bei möglichen Konflikten zu vermitteln. An jede Region stellen die verschiedenen Akteurinnen und Akteure unterschiedlichste Ansprüche, diese müssen moderiert und ausgeglichen werden.

Welche Weichen sollte eine Landessregierung stellen?
Es freut mich, dass die baden-württembergische Landesregierung den UNESCO-Geopark Schwäbische Alb bereits finanziell unterstützt. Nun geht es darum, dieses Engagement zu verstetigen und weiter zu erhöhen, damit der Geopark Schwäbische Alb sein Potential entfalten kann.

 

Fotocredit: DUK / Cornelia Danetzki