MENÜ

Siegfried Roth als Geopark-Geschäftsführer verabschiedet

Sieben Jahre war Dr. Siegfried Roth Geschäftsführer und Gesicht des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb. Er hat die Geschicke der Non-Profit-Organisation wesentlich mitgeprägt und wichtige Weichen gestellt. Zum 30. Juni verlässt er den Geopark. Gestern wurde er in der Geschäftsstelle in Schelklingen bereits offiziell verabschiedet.

Dr. Siegfried Roth die Geschäftsführung des damaligen Nationalen Geoparks Schwäbische Alb. Er blickt auf eine spannende Zeit zurück, in welche die UNESCO-Auszeichnung im Jahr 2015 fiel. Roth erinnert sich: „Das war ein Paukenschlag. Plötzlich hatte Baden-Württemberg einen UNESCO-Geopark. Die Verleihungsurkunde gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu erhalten, war sicherlich eines meiner Highlights". Der erwartungsgemäße politische Widerhall verbunden mit einer engagierten Förderung des frischgebackenen UNESCO-Geoparks blieb leider aus, erzählt Roth. Und so war es nicht verwunderlich, dass es 2017 für den Geopark eine gelbe Karte von der UNESCO gab.

Im Sommer 2021 wird für den Geopark eine neue Evaluierung anstehen. Dieser sieht Roth aber optimistisch entgegen: „Wir haben in den letzten Jahren unglaublich aufgeholt, in allen wesentlichen Bereichen nachgebessert und unsere Hausaufgaben gemacht." Durch die Einwerbung von jeweils 198.000 Euro aus Fördermitteln des Landes für die Jahre 2020 und 2021 konnten beispielsweise alle 28 Geopark-Infostellen auf der Schwäbischen Alb neu ausgestattet werden. Neue Printmedien wie die Entdeckerkarte und der Markenaufbau des Geoparks wurden auf den Weg gebracht. „Trotzdem haben wir leider nicht die Unterstützung und Ausstattung wie die anderen sechs UNESCO-Geoparks in Deutschland. Wir können das Potential des Geoparks noch nicht ausschöpfen", bedauert Roth.

Ulrich Ruckh (Geopark-Vorsitzender) bedankte sich beim scheidenden Geschäftsführer: „Sie haben den Geopark wesentlich mitgeprägt und wichtige Aufbauarbeit geleistet. Ich bedanke mich bei Ihnen im Namen des Vorstandes für den unermüdlichen Einsatz. Sie haben stets Ihr Herz in die Arbeit eingebracht, das hat jeder gespürt, der mit Ihnen zusammenarbeiten durfte. Eines Ihrer Markenzeichen ist die Liebe zur Schwäbischen Alb. Ihr Expertenwissen über die Flora und Fauna der Alb ist unübertroffen. Führungen mit Ihnen sind ein unvergessliches Erlebnis und wir bedauern, dass Sie nach Oberschwaben abwandern." Ulrich Ruckh zählte einige Meilensteine der vergangen sieben Jahre auf, wie beispielsweise den Aufbau des Geopark-Schulen-Netzwerkes (derzeit neun Schulen), den Ausbau des Geopark-Infostellen-Netzwerkes (von 18 auf 28 Infostellen) sowie die Ausweisung von bislang 34 Geopoints. Außerdem die Ausrichtung der 43. Europäischen Tagung des UNESCO-Geopark-Netzwerkes. Sie fand 2019 in Aalen mit über 200 Teilnehmern aus 24 Ländern statt.

Als Abschiedsgeschenk gab es vom Vorstand einen prall gefüllten Outdoor-Rucksack. Diesen wird Siegfried Roth bei seiner neuen Arbeitsstelle, dem schönen Wurzacher Ried, ebenfalls gut gebrauchen können. Ab 1. Juli 2021 wird er die Geschäftsführung des dortigen Naturschutzzentrums übernehmen. Als passionierter Naturschützer und ausgewiesener Experte für Moore freut sich Roth, wieder zu seinen Wurzeln zurückzukehren: „Ich hatte einfach Lust auf etwas Neues." Zum Abschied wünscht Siegfried Roth dem Geopark, dass es gelingt, mit den UNESCO-Kategorien Welterbestätten und Biosphärenreservate gleichzuziehen und eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg zu erreichen. Nur so könne man dem Ziel näherkommen, eine Nachhaltigkeitsregion Schwäbische Alb aufzubauen.

 

Foto (von links): Ulrich Ruckh, Dr. Siegfried Roth