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Neidlinger Wasserfall – wo man Steine wachsen sieht

 Landespolitiker zu Gast

Zur Einweihung der zweisprachigen Tafel am 24. Mai 2019 war Andreas Schwarz, Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der Grünen angereist. Er betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Geoparks: „Die UNESCO-Anerkennung des Geoparks ist ein großes Pfund, auch für den Tourismus im ländlichen Raum“. Markus Möller, Erster Landesbeamter im Alb-Donau-Kreis und Vorsitzender des UNESCO Global Geoparks Schwäbische Alb, unterstrich dies: „Es gibt diese Anerkennung weltweit nur 140mal“.

Wasserfall ist ein Naturwunder

Der Neidlinger Wasserfall ist eines der Naturwunder der schwäbischen Alb. Er wird von zwei Karstquellen des Flüsschens Lindach gespeist. Die Schüttung der Karstquellen ist starken Schwankungen unterworfen: Bei starken Niederschlägen sprudeln die Quellen kräftig, nach längeren Trockenperioden versiegen sie und der Wasserfall ist dann nur noch ein Rinnsal. Durch die Regenfälle der vergangenen Wochen präsentierte sich der Wasserfall pünktlich zur Einweihung als tosendes Wasserspiel.

Hier wachsen Steine und Pflanzen knistern

Bemerkenswert ist ein geologisches Phänomen am Wasserfall: Man kann dem porösen Gestein Kalktuff förmlich beim Wachsen zusehen. Außerdem findet man im oberen Bereich des Wasserfalls umkrustete Zweige und Blätter, die beim Zerdrücken in der Hand deutlich knistern, da sie von Kalk überzogen sind. Geologin Iris Bohnacker vom Geopark erklärte: „Im Bereich des Wasserfalls wird das kalkhaltige Wasser zerstäubt. Dadurch wird auf Pflanzen und Moospolstern Kalk abgeschieden, der sich als feiner Sinterüberzug ablagert.“ Immer neue Lagen bilden schließlich den Kalktuff und über Jahrtausende können meterdicke Ablagerungen entstehen, wie am Neidlinger Wasserfall zu beobachten ist. Dort stürzt das Wasser über einen so entstandenen dicken Gesteinsvorsprung acht Meter senkrecht in die Tiefe.

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