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Neidlinger Wasserfall

 Beim Neidlinger Wasserfall handelt es sich um eine Karsterscheinung der Schwäbischen Alb, wie sie vor allem am Albtrauf vorkommt. Weitere bekannte Beispiele dafür sind der Uracher Wasserfall und die Gütersteiner Wasserfälle.

Der Neidlinger Wasserfall wird von zwei Karstquellen der Lindach gespeist. Sie entspringen in 620 m NN im Weißen Jura beta, den Wohlgebankten Kalken. Das Wasser des Flüsschens Lindach fließt über die Lenninger Lauter bei Wendlingen in den Neckar. Wie bei allen Karstquellen ist ihre Schüttung starken Schwankungen unterworfen. In trockenen Sommern können sie sogar  versiegen. Die Ursachen für diese Schwankungen liegen zum einen im raschen Durchfluss des Niederschlagswassers durch das von Rissen und Spalten durchzogene Weißjura-Gestein begründet (durchschnittliche Sickergeschwindigkeit 50 – 100 m/h), zum anderen im Steigen und Sinken des Karstwasserspiegels im Albkörper. Bei starken Niederschlägen sprudeln die beiden Quellen  kräftig. Nach längeren Trockenperioden sinkt der Karstwasserspiegel, und die Quellen versiegen. Dann ist der Wasserfall nur noch ein Rinnsal.

Hier kann man dem porösen Gestein Kalktuff (Quelltuff) förmlich beim wachsen zusehen.
Im Bereich dieses Wasserfalls kommt es zu Kalkabscheidung aus den kalkgesättigten Quellwässern und so zur Bildung von Sinterüberzügen auf Moospolstern. Immer neue Lagen bilden sich und über Jahrtausende können so meterdicke Ablagerungen entstehen.
 
 
  Der Neidlinger Wasserfall
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